Seminar:
Erster Termin Dienstag, 21.4.2009 16.00 - 18.00 Uhr
Vortragsort:
HeHo 220, wöchentlich, Montag 8.30 - 10.00 Uhr
Sprechstunden:
Prof. Dr. Stefan Funken: Z.n.V. , HeHo 18 Zi. 160
Inhalt:
Von den Editoren der Zeitschrift "Computing in Science and Engineering" wurden
2000 zehn Algorithmen ausgewählt, die ihrer Ansicht nach die größte Bedeutung
für Wissenschaft und Technik im 20. Jahrhundert hatten. In diesem Seminar
sollen diese Algorithmen und ihre Anwendungen näher betrachtet werden. In
chronologischer Reihenfolge handelt es sich um die folgenden Algorithmen:
- Monte Carlo Methode (1946) oder auch: Metropolis-Algorithmus
- Simplex-Verfahren (1947)
- Krylov-Verfahren zur Lösung linearer Gleichungssysteme (1950), z.B. CG-Verfahren
- Matrix-Faktorisierungen für lineare Gleichungssysteme (1951), z.B. LU-Zerlegung oder QR-Zerlegung
- Der erste Fortran-Compiler (1957)
- QR-Verfahren zur Berechnung von Eigenwerten (1959/61)
- Quicksort-Algorithmus (1962)
- Schnelle Fourier-Transformation FFT (1965)
- Integer-Relation-Detection Algorithmus (1977)
- Schnelle Multipol-Methode FMM (1987)
Im Rahmen des Seminars sollen einige der Algorithmen sowie einige ihrer
Anwendungsgebiete besprochen werden. Dabei liegt das Augenmerk neben der
mathematischen Analyse des Algorithmus auch auf Fragen der Realisierung. Eine
kurze Einführung zu den genannten Algorithmen findet sich unter dem Link
http://amath.colorado.edu/resources/archive/topten.pdf.
Das Seminar richtet an Studierende der Mathematik, Wirtschaftsmathematik,
Informatik und Physik, speziell aber auch an Studierende, die eine Bachelorarbeit im Bereich der Angewandten Mathematik vorbereiten wollen.
Die Artikel variieren in der Komplexität der mathematischen Methoden. Die endgültige Auswahl kann von den Interessen der Teilnehmer abhängig gemacht werden.
Ziel des Seminars ist:
- das Kennenlernen moderner Algorithmen in der angewandten Mathematik,
- Herleitung der mathematischen Verfahren,
- das Üben interdisziplinärer Ausdrucksweisen,
- das Präsentieren mathematischer Sachverhalte.
Seminarthemen und Vortragende:
| Nr. |
Name |
Vorname |
Vortragsthema |
Literatur |
| 1. |
Hegenloh |
Samuel |
QR-Methode |
SIAM Review Vol. 50, pp. 133-145 (2008) |
| 2. |
Schreiber |
Steffen |
Simplex-Verfahren |
Geiger, Kanzow: Theorie und Numerik restringierter Optimierungsaufgaben |
| 3. |
Heiter |
Pascal |
Fast Multipol Method |
Greengard, Rokhlin: J. Comp. Phy. 73 (1987) 325-348 |
| 4. |
Fuchs |
Martin |
(Quasi)-Monte-Carlo-Methode |
Hammersley, Handscomb: Monte Carlo Methods |
| 5. |
Beck |
Anna |
Quicksort |
Knuth: Sorting and Searching / Sedgewick: Algorithms |
| 6. |
Schüßler |
Maximilian |
Integer programming: Traveling Salesman Problem |
SIAM Review Vol. 45, pp. 116 - 123 (2003) |
| 7. |
Bidell |
Matthias |
Integer programming: Conway's Game of Life |
SIAM Review Vol. 41, pp. 594-604 (1999) |
| 8. |
Junge |
Beke |
Singular Value Decomposition |
SIAM Review Vol. 46, pp. 518-545 (2004) |
| 9. |
Franz |
Johannes |
Domino Waves |
SIAM Review Vol. 49, pp. 111-120 (2007) |
| 10. |
Maier |
Manuel |
Wave Equation |
SIAM Review Vol. 48, pp. 771-781 (2006) |
| 11. |
Hahn-Dambacher |
Stefan |
From Random Walk to Heat Equation |
Hoppensteadt, Peskin: Modelling and Simulation in Medicine and the Life Sciences, Kap. 10 |
Hinweis zur Vergabe eines Seminarscheines:
Zwei Vorbesprechungen vor dem Seminarvortrag sind verpflichtend, eine
vorbereitende und eine abschließende Besprechung. Setzen Sie sich daher
rechtzeitig mit Ihrem Vortragsthema auseinander und nutzen Sie die
Sprechstunde als Hilfe!
Die vorbereitende Besprechung findet kurze Zeit nach der Themenvergabe
statt; bis dahin sollten Sie sich bereits mit dem Vortragsthema auseinander
gesetzt und die Aufgabenstellung verstanden haben.
Die abschließende Besprechung findet spätestens eine Woche vor Ihrem
Vortrag statt. Zu diesem
Zeitpunkt sollte Ihr Vortrag komplett sein und eine entsprechende
schriftliche Ausarbeitung vorliegen.
Zu jedem Vortrag ist eine schriftliche Ausarbeitung in elektronischer Form
im Umfang von ca. 6 Seiten vorzubereiten. Diese Ausarbeitung sollte zur
abschließenden Besprechung vorliegen. Zu
jedem guten Vortrag gehört eine saubere, klar verständliche,
übersichtliche und mathematisch präzise
Darstellung des Themas, die eine hinreichende Unabhängigkeit von den
angegebenen Literaturquellen
erkennen läßt. Die Ausarbeitung ist Bestandteil des Seminars.
Ihr Vortrag sollte erkennen lassen, dass Sie sich intensiv und
eigenständig mit dem Thema auseinander
gesetzt haben. In dem Vortrag
sollte das gewählte Thema klar verständlich und mathematisch
präzise dargestellt werden. Dabei ist
insbesondere auf geeignete mathematische Notationen zu achten.
|